Was ist der wichtigste Unterschied zwischen GOZ und BEMA?


22.05.2026
Konkretes Beispiel aus der Praxis:
Eine gesetzlich Versicherte benötigt eine Füllung im Seitenzahnbereich. Die Regelversorgung der BEMA sieht eine einfache Kompomerfüllung vor, die von der Krankenkasse übernommen wird. Möchte die Patientin jedoch eine hochwertige Mehrschicht-Kompositfüllung mit Adhäsivtechnik, muss hierfür eine Mehrkostenvereinbarung abgeschlossen werden. Der BEMA-Teil deckt die Grundversorgung ab, die zusätzlichen Kosten für das Komposit und den Mehraufwand werden über die GOZ abgerechnet. Die korrekte Dokumentation und Aufklärung sind hier essenziell, um spätere Konflikte zu vermeiden.
Die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) regelt die Vergütung privat-zahnärztlicher Leistungen in Deutschland. Sie gilt für:
Der BEMA – also der Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen – bildet die Grundlage der vertragszahnärztlichen Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Kurz gesagt:
System | Einsatzbereich | Kostenträger |
BEMA | Gesetzliche Regelversorgung | GKV |
GOZ | Private und zusätzliche Leistungen | Patient:in / PKV |
Insbesondere in konservierenden, prothetischen und ästhetischen Bereichen treten häufig Mischfälle auf. Daher genügt es nicht mehr, lediglich die Grundlagen zu kennen. Entscheidend ist eine sichere Schnittstellenkompetenz.
Der wesentliche Unterschied liegt im jeweiligen Leistungsprinzip.
BEMA: ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich
Der BEMA orientiert sich am Wirtschaftlichkeitsgebot der gesetzlichen Krankenversicherung. Behandlungen müssen:
sein.
Das bedeutet, dass nicht jede medizinisch sinnvolle oder ästhetisch hochwertige Versorgung automatisch übernommen wird.
Typische Beispiele:
GOZ: individuelle Therapie und Honorierung
Die GOZ ermöglicht dagegen eine differenzierte Honorierung nach:
Dies ermöglicht eine wirtschaftlichere Abbildung moderner Behandlungskonzepte.
Besonders relevant wird das bei:
Viele Praxen verlieren Honorarpotenzial durch unklare Abgrenzung, unvollständige Dokumentation oder ineffiziente Prozesse. Ein erster Praxisschritt kann sein, eine interne Abrechnungsprüfung durchzuführen oder ein Team-Meeting zur Optimierung der Abrechnungsprozesse zu starten. So lassen sich Schwachstellen gezielt erkennen und erste Verbesserungen direkt umsetzen.
Besonders kritisch:
Für 2026 gewinnt dieses Thema an Bedeutung, da Material-, Digitalisierungs-, Hygiene- und Personalkosten deutlich gestiegen sind, während die GOZ weiterhin auf veralteten Bewertungsgrundlagen basiert.
Deshalb setzen viele Praxen verstärkt auf:
Im Praxisalltag betreffen die meisten Rückfragen Leistungen, die sowohl gesetzliche als auch private Bestandteile aufweisen.
Die professionelle Zahnreinigung gehört klassisch zur GOZ.
Abgerechnet wird in der Regel über:
Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die Leistung freiwillig. Dennoch bleibt sie eine Privatleistung.
Hier wird der Unterschied zwischen GOZ und BEMA besonders deutlich.
Die gesetzliche Kasse übernimmt meist nur die Regelversorgung. Hochwertige Mehrschicht-Kompositfüllungen mit aufwendiger Adhäsivtechnik erfordern häufig:
Implantologische Leistungen werden überwiegend nach GOZ abgerechnet.
Der BEMA beteiligt sich in vielen Fällen lediglich über Festzuschüsse am Zahnersatz.
Bleaching, Veneers oder kosmetische Korrekturen sind reine Privatleistungen.
Eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen GOZ und BEMA ist die Mehrkostenvereinbarung.
Sie ermöglicht es gesetzlich versicherten Patient:innen, sich bewusst für eine hochwertigere Versorgung zu entscheiden.
Wichtig:
Gerade bei modernen Restaurationskonzepten sollten standardisierte Abläufe im Team etabliert werden.
Ein bewährter Beispielablauf für eine Mehrkostenvereinbarung könnte folgendermaßen aussehen:
Ein so klar strukturierter Ablauf sorgt für Rechtssicherheit, erleichtert die Arbeit im Team und stärkt das Vertrauen der Patient:innen.
Ein häufiger Diskussionspunkt ist der Steigerungsfaktor in der GOZ.
Die GOZ erlaubt grundsätzlich eine Anpassung des Honorars entsprechend:
Bis zum 2,3-fachen Satz gilt die Leistung meist als regelhaft begründbar. Darüber hinaus sind nachvollziehbare schriftliche Begründungen erforderlich.
In der Praxis relevant:
Gerade moderne minimalinvasive Therapien mit hohem Zeitaufwand lassen sich sonst wirtschaftlich kaum darstellen.
Im Jahr 2026 wird deutlicher denn je, dass eine korrekte Abrechnung nicht am Empfang, sondern bereits im Behandlungszimmer beginnt.
Je präziser die klinische Dokumentation, desto sicherer die spätere Honorierung.
Wichtige Inhalte:
Vor allem bei:
Die Dokumentation wird zunehmend prüfungsrelevant.
Immer mehr Praxen setzen auf digitale Abrechnungsprozesse.
Das betrifft:
Dadurch sinken:
Zugleich erhöht sich die Transparenz gegenüber Patient:innen.
Neben GOZ und BEMA spielt die GOÄ in bestimmten Situationen ebenfalls eine Rolle.
Einige medizinische Zusatzleistungen werden nach GOÄ-Positionen berechnet.
Dazu zählen beispielsweise:
Insbesondere bei interdisziplinären Therapiekonzepten gewinnt diese Schnittstelle zunehmend an Bedeutung.
Die regulatorischen Anforderungen an Zahnarztpraxen steigen weiter.
Besonders relevant:
Auch Arbeitsschutz, Hygiene und Barrierefreiheit beeinflussen indirekt die Wirtschaftlichkeit von Behandlungen.
Dazu gehören unter anderem:
Diese Faktoren erhöhen den organisatorischen Aufwand und den wirtschaftlichen Druck für Praxen erheblich.
Viele Konflikte entstehen nicht durch die Rechnung selbst, sondern durch fehlende Kommunikation.
Deshalb sollte das Praxisteam den Unterschied zwischen GOZ und BEMA einfach und transparent erklären können.
Ein bewährter Ansatz:
Patient:innen akzeptieren Mehrkosten deutlich besser, wenn:
Insbesondere hochwertige ästhetische und funktionelle Konzepte profitieren von professioneller Kommunikation.
Moderne Praxen müssen heute zwei Ziele gleichzeitig erfüllen:
Aus diesem Grund wird die sichere Beherrschung von GOZ und BEMA zu einem strategischen Erfolgsfaktor.
Wer:
etabliert effizientere Abläufe und reduziert Abrechnungsrisiken nachhaltig.
Organisatorische Grundlagen
Rechtssicherheit erhöhen
Wirtschaftlichkeit verbessern
Insbesondere hochwertige Privatleistungen erfordern präzise Materialien und reproduzierbare Workflows.
Besonders relevant sind:
Passende Lösungen und praxisnahe Fachbeiträge finden Sie in den folgenden Bereichen:
Die Kombination aus hochwertigem Material, klaren Abläufen und rechtssicherer Dokumentation wird zunehmend zum Wettbewerbsvorteil.
Der GOZ-BEMA-Unterschied entscheidet längst nicht mehr nur über die Abrechnung einzelner Leistungen. Er beeinflusst:
Besonders moderne Behandlungskonzepte erfordern ein tiefes Verständnis der Schnittstellen zwischen gesetzlicher Versorgung und privater Honorierung.
Wer GOZ und BEMA strategisch beherrscht, schafft:
Gleichzeitig entsteht mehr Raum für hochwertige Zahnmedizin und moderne Therapiekonzepte.


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