Allgemein
14.11.2024
Eine erfolgreiche Retraktion des Weichgewebes ist nicht immer leicht umzusetzen. Durch die engen Platzverhältnisse im Mundraum und die Beweglichkeit von Lippen, Wangen und Zunge entstehen physische und technische Hürden. Blutungen im Weichgewebe können bereits vor dem Einsatz der Instrumente auftreten, oft bedingt durch entzündetes Gewebe oder Plaque. Ebenso können Medikamente wie Blutverdünner die Retraktion erschweren. Zusätzlich müssen viele Abformmaterialien wie Alginat oder Silikone in einem trockenen Umfeld angewendet werden, da Blut und Speichel die Ergebnisse negativ beeinträchtigen.
Die richtige Wahl der Retraktionsmethode spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Abformung. Um das Weichgewebe rund um die Präparationsgrenze optimal zurückzudrängen, gibt es verschiedene Ansätze: mechanische Retraktion mit Fäden und Bändern, chemische Retraktion mit speziellen Lösungen wie Aluminiumchlorid, Eisensulfat oder Epinephrin sowie chirurgische Verfahren. Auch Kombinationen dieser Methoden werden häufig angewendet. Jede dieser Techniken bringt spezifische Vorteile und Anforderungen mit sich, je nach klinischer Situation und gewünschtem Ergebnis.
Mechanische Methoden der Retraktion beruhen auf der physischen Verdrängung der Gingiva, meist durch das Einlegen von Retraktionsfäden oder -bändern. Bei der Einfaden- oder Doppelfadentechnik werden die Fäden in den Sulkus gelegt, um Blutungen zu stoppen und das Gewebe zu stabilisieren (Abb. 1). Retraktionsfäden sind besonders hilfreich bei tiefen subgingivalen Präparationsgrenzen. Die mechanische Retraktion bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, insbesondere bei unruhigen Patient:innen oder schwer zugänglichen Präparationsstellen. Zudem empfinden Patient:innen das Legen von Retraktionsfäden oft als unangenehm. Die Verwendung eines durchgängigen Fadens kann das Entnehmen erleichtern (Abb. 2).
Chemische Methoden setzen Lösungen und Pasten wie die Retraktionspaste ein, die Adstringentien, hämostatische Mittel oder Vasokonstriktoren enthalten und lokal auf das Gewebe wirken:
Die häufigsten chemischen Retraktionsmittel sind Eisensulfat (Fe₂(SO₄)₃), Epinephrin und Aluminiumchlorid (AlCl₃).
Eisensulfat ist ein starkes Adstringens mit hämostatischen Eigenschaften, das häufig in Kombination mit Retraktionsfäden verwendet wird. Es stoppt Blutungen schnell, kann jedoch aufgrund seiner Säure auch Gewebeirritationen verursachen und sollte deshalb sparsam und mit einer gründlichen Spülung angewendet werden, um Verfärbungen (Abb. 3) und Oberflächenschäden zu vermeiden.
Epinephrin, ein Vasokonstriktor, wird oft zur Imprägnierung von Retraktionsfäden genutzt und hilft, Blutungen durch Verengung der Blutgefäße zu reduzieren. Wegen seiner Auswirkungen auf Herzfrequenz und Blutdruck ist Epinephrin jedoch bei Patient:innen mit bestimmten Vorerkrankungen weniger geeignet.
Aluminiumchlorid ist ein mildes, weit verbreitetes Adstringens, das Blutungen effizient stoppt und dabei das Weichgewebe schont. Es wird als Bestandteil in Retraktionspasten und Fäden eingesetzt und ist besonders beliebt aufgrund seiner geringen Säure und guten Verträglichkeit. Auch in der 3M™ Adstringierenden Retraktionspaste von Solventum kommt Aluminiumchlorid als Adstringens zum Einsatz (Abb. 4).
Bei schwierigen klinischen Fällen wie Gingivahyperplasie kommen chirurgische Retraktionsmethoden wie Elektro- oder Laserchirurgie zum Einsatz, um ausreichend Platz um die Präparationsgrenze zu schaffen. Diese invasiven Verfahren erfordern jedoch spezifische klinische Indikationen und sind eher Ausnahmeverfahren.
Oft empfiehlt sich eine Kombination aus mechanischen und chemischen Methoden, besonders bei Patient:innen mit starken Blutungen. Hier ist die 3M™ Adstringierende Retraktionspaste von Solventum ein ideales Vorzeigeprodukt: Sie bietet in Kombination mit einem Retraktionsfaden zusätzliche Stabilität und stoppt Blutungen zuverlässig. Durch die Kombination beider Methoden wird eine maximale Kontrolle über das Arbeitsfeld erreicht, die für eine präzise Abformung unerlässlich ist.
Die 3M™ Adstringierende Retraktionspaste ist eine ideale Lösung für die chemische Retraktion und Feuchtigkeitskontrolle. Die innovative Retraktionspaste der Marke Solventum erleichtert durch ihre extrafeine Kapselspitze den Zugang zum Sulkus und retrahiert das Weichgewebe schonend, ohne es unnötig zu belasten. Ein großer Vorteil der 3M™ Retraktionspaste ist die einfache Handhabung: Die Einwegkapsel passt in herkömmliche Komposit-Dispenser, sodass kein zusätzliches Zubehör notwendig ist. Besonders bei equigingivalen oder supragingivalen Präparationsgrenzen ermöglicht die Paste eine schnelle und schonende Retraktion.
Für eine optimale Anwendung der 3M™ Adstringierenden Retraktionspaste sind folgende Schritte zu beachten:
Diese Anwendungsschritte sorgen dafür, dass die Paste ideal wirken kann und die Gewebeverdrängung effektiv und sanft erfolgt, was das Gingivamanagement erheblich erleichtert.
Eine zuverlässige Abformung in der Zahnmedizin hängt stark von der optimalen Retraktionsmethode ab. Die Wahl zwischen mechanischen, chemischen und chirurgischen Methoden beeinflusst die Effizienz und die Schonung des Weichgewebes maßgeblich. Je nach Lage der Präparationsgrenze können einfache oder doppelte Retraktionsfäden gelegt werden. Mit der 3M™ Adstringierenden Retraktionspaste von Solventum steht Ihnen eine innovative und effektive Lösung zur Verfügung, die sowohl die Retraktion als auch die Hämostase unterstützt und dadurch den gesamten Abformprozess erleichtert (Abb. 6). Die sorgfältige Anwendung ermöglicht sowohl bei supragingivalen als auch bei equigingivalen und subgingivalen Präparationsgrenzen präzise und verlässliche Abformungsergebnisse und gewährleistet so ein erfolgreiches Behandlungsergebnis mit passgenauen Kronen, Brücken und Inlays.
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